Der ESI ist ein strukturdiagnostischer Referenzrahmen zur Einordnung organisationaler Entscheidungen.
Er untersucht nicht die Qualität einer Entscheidung, sondern die strukturellen Bedingungen ihrer Begründbarkeit und Tragfähigkeit.
Tragfähigkeit bezeichnet die Eigenschaft einer Entscheidungsarchitektur, Verbindlichkeit strukturell zu tragen – also Setzungen zu ermöglichen, die auch unter Druck und im Zeitverlauf wirksam bleiben.
Begründbarkeit bezeichnet die nachweisbare Fähigkeit, im Rückblick darzulegen, dass eine verantwortliche Instanz mit definiertem Mandat unter vertretbaren Bedingungen ein Urteil gefällt hat.
Was der ESI ist
Der ESI ist ein Referenzrahmen zur strukturellen Einordnung von Entscheidungen. Er trifft keine Aussage zur inhaltlichen Qualität, Zweckmäßigkeit oder Richtigkeit einer Entscheidung. Er beschreibt ausschließlich:
Wie war die Entscheidung strukturell verankert? War sie tragfähig – und war sie begründbar?
Der ESI wird nicht organisationsweit angewendet, sondern auf eine oder mehrere Entscheidungen von besonderer Tragweite – vor dem Entscheidungszeitpunkt (ex ante) oder nach ihrem Vollzug (ex post),
etwa im Konfliktfall oder bei externer Prüfung.
Was der ESI nicht ist
Der ESI ist kein Beratungsinstrument, kein Reifegradmodell, kein Steuerungs- oder Implementierungsframework und kein Instrument zur Optimierung von Entscheidungen.
Er ersetzt keine Entscheidung und gibt keine Empfehlungen.
Wann wird eine strukturdiagnostische Einordnung relevant?
Eine strukturdiagnostische Einordnung wird typischerweise dann relevant, wenn Entscheidungen von besonderer Tragweite bevorstehen oder bereits vollzogen wurden – und ihre strukturelle Begründbarkeit nachvollziehbar werden soll.
Sie richtet sich nicht auf die Bewertung einer Entscheidung, sondern auf die Bedingungen, unter denen sie entstanden ist.